Das bin ich heute
Kira-Bianca's Seitenbanner
Textgröße

Sidemap Impressum
; Teil eines Fotos Teil eines Fotos Teil eines Fotos Teil eines Fotos Teil eines Fotos Teil eines Fotos Teil eines Fotos Teil eines Fotos Teil eines Fotos Teil eines Fotos Teil eines Fotos Teil eines Fotos Teil eines Fotos Teil eines Fotos Scheinbild zum Schutz gegen Kopieren mit rechter Maustaste
Auf dem Portrait-Foto hier links bin ich zu sehen, wie ich heute aussehe - ein weibliches Outfit, aber klar zu erkennendes männliches Profil.

Nun woher das Männliche in meinem Aussehen kommt, werden alle, die mit den Begriff Transsexualität, oder gleichbedeutend, aber semantisch korrekter bezeichnet, Transidentität, etwas anzufangen wissen, sicherlich wissen. Denn ich bin in einem männlichen Körper geboren und der Behandlungsprozess, damit ich auch äußerlich das bin, was ich innerlich schon Zeit meines Lebens gewesen bin, nämlich eine Frau, ist leider noch lange nicht abgeschlossen. Wenn Du über dieses Thema noch überhaupt nicht informiert bist und im Grunde gar nicht verstehst, wovon hier zurzeit die Rede ist, sieh Dir bitte erst ein Mal die Infos darüber an, die Du auf der Seite Transidentität, was ist das?Symbol zum Öffnen der Webseite in einem neuen Browserfenster als Unterseite vom Thema Transidentität findest.

Toll finde ich es zwar nicht, dass ich optisch (noch) nicht wirklich fraulich aussehe. Aber aufgrund widriger Umstände, hauptsächlich verursacht von den Ämtern unseres ach ja so sozialemoptische Positionskorrektur für nachfolgenden Smileykotzender Smiley Deutschland hatte ich jahrelang keine Krankenversicherung. Ohne Krankenkasse ist für mich eine Hormonbehandlung jedoch unbezahlbar. Erst jetzt, Ende November 2011, habe ich die normalerweise jedem Menschen in Deutschland zustehende Krankenversichung, sodass ich hoffe, im März nächsten Jahres nun doch endlich Hormone zu bekommen. Bis dahin kann ich mein Aussehen nur durch Styling wenigstens irgendwie ein wenig auf weiblich trimmen. An dieser Stelle einen riesengroßen Dank an Britta und Mareike, zwei Bekannte, die mir vor der Aufnahme des Fotos beim Zurechtmachen geholfen haben. Denn selber bekomme ich es nicht einmal annähernd so gut hin. Das ist eben einer der Unterschiede zwischen einer Frau, die mit 4 oder 5 Jahren als kleines Mädchen zum ersten Mal Mamis Lippenstift in die Finger bekam und sich damit richtig tolloptische Positionskorrektur für nachfolgenden Smileyblinzeldes Smileymädchen geschminkt hat und einer, die jahrzehntelang als Mann gelebt hat und erst im Alter von über 40 Jahren mit der Problematik des Schminkens konfrontiert wurde. Nach 20 Jahren Üben, also wenn ich so um die 60 bin, werde ich mich bestimmt auch ohne Hilfe zurecht machen können. optische Positionskorrektur für nachfolgenden Smileylaut lachender Smiley

Entgegen meiner früheren Einstellung gehe ich heute häufiger unter Leute, sodass ich jetzt zum Glück auch viele Bekannte habe (keine Unmenge, aber für meine Verhältnisse viele), die mir bei solchen Dingen dann auch helfen. Und es geht mit meinem Leben endlich aufwärts. So wie ich das Wort Glücklichsein interpretiere, bin ich von diesem Zustand zwar noch unendlich weit entfernt. Doch ich sehe Licht am Horizont und kann heute von mir sagen, dass ich wenigstens schon einmal mit meinem jetzigen Leben annähernd zufrieden bin.

Seit Anfang 2008 trete ich auch in der Öffentlichkeit nur noch als Frau in Erscheinung. Weil ich praktisch davor überhaupt keinen Bekanntenkreis hatte, haben sich mögliche Schwierigkeiten erübrigt, diesen Leuten meine plötzliche "Wandlung" zu erklären. Die wenigen, die es gab, haben mich durch Zuspruch sogar unterstützt. Auch bei meinen Verwandten wurde dieser Schritt von mir nicht nur toleriert bzw. akzeptiert, sondern ebenfalls durchweg gutgeheißen. Wobei ich aber sagen muss, dass aufgrund sowieso fehlenden Kontaktes zahlreiche meiner Verwandten gar nicht wissen, dass sie in mir statt einem Cousin, einem Neffen oder wie auch immer gearteten männlichen Verwandten eine Cousine, eine Nichte oder eben eine weibliche Verwandte haben. Darüber wissen nur die Verwandten Bescheid, mit denen ich auch Kontakt habe. Auf der Straße sieht es leider nicht so gut aus, was Toleranz und Akzeptanz betrifft. Dort bemerke ich mir gegenüber häufig dumme Bemerkungen oder Blicke, die jedoch Dank meines immer dicker werdenden Fells (wachsendes Selbstbewusstsein) mehr oder weniger im Nichts verpuffen. Doch ich erfahre auch hin und wieder genau das Gegenteil - Bewunderung und Anerkennung über meinen Mut, mich so in der Öffentlichkeit zu zeigen, wie ich nun einmal innerlich bin. Und das gibt mir dann Auftrieb, beim nächsten Mal, wo wieder ein dummer Spruch kommt, eventuell das Gespräch zu suchen und diesen Menschen über die Problematik Transidentität überhaupt erst aufzuklären. Denn viele Menschen wissen überhaupt nichts über dieses Thema und wenden einfach das ALF-Verfahren an. Das ALF-Verfahren wurde von mir so benannt nach der Hauptfigur ALF vom Planeten Melmac aus der gleichnamigen Fernsehserie, der nach genau eben diesem Prinzip verfuhr: Was er nicht kannte, machte er kaputt oder schlecht.

Bis zum Endpunkt, auch optisch eine soweit medizinisch möglich Frau zu sein, ist es für mich ein noch seeeeehr langer Weg. Jedoch werden mich dabei auch solche Dinge wie z. B. ein über drei Jahre laufender Prozess zwischen mir und der Arbeitsgemeinschaft (ArGe) Hamburg über meinen Anspruch auf Hartz 4 und die damit verbundene Krankenversicherung nicht wirklich stoppen können. Okay, aufhalten ja. Denn dieser Prozess hat mich fast 4 Jahre gekostet, in denen ich nicht meinen Weg gehen konnte, den ich endlich gefunden hatte. Danke, liebe ArGe Hamburg Eimsbüttel! Solche Willkür von Ämtern oder Vergleichbares können mich aber nur noch aufhalten, doch nicht mehr komplett stoppen. Ich weiß nach über 40 Jahren ziellosen Wartens nun endlich, was ich bin und wie mein Weg ist. Und diesen Weg gehe ich jetzt!