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18.04.2012: erneute Kundgebung für Alex
Weil die Sache immer noch nicht aus der Welt geschaffen ist und das transidentische Mädchen Alexandra aus Berlin und ihre Mutter immer noch nicht selbst bestimmen dürfen, welche
Behandlungen für das Kind die besten sind, hat das Aktionsbündnis Alex erneut zu einer Kundgebung aufgerufen. Der diesmalige Veranstaltungsort am
Mittwoch, den 18. April 2012 ist vor dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Kirchstaße. 1/3, 14163 Berlin. Der Kundgebungsbeginn ist für
14 Uhr angesetzt.
Ein noch am 16.04. nachgereichter
wichtiger Hinweis:
Aufgrund dessen, dass die letzte Kundgebung für Alex vielfach von sich mit Wortbeiträgen beteiligten Organisationen und TeilnehmerInnen mit Plakaten dafür verwendet wurde, allgemeine
LGBT-Themen und sonstige Missstände anzuprangern, hier eine mir gerade zugegangene Liste der Forderungen für diese Kundgebung.
BITTE VERWENDET AUSSCHLIEßLICH EINE DER NACHFOLGEND AUFGELISTETEN FORDERUNGEN FÜR EURE PLAKATE!
Denn es geht um Alex und nicht um LGBT allgemein.
- Keine Zwangspsychiatrisierung
- Lasst Alex in ihrer Familie
- sofortige Absetzung der Pflegerin
- Für eine selbstbestimmte medizinische Versorgung
- Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung
- Gutachten für Alex sofort
Diese Liste ist in Zusammenarbeit des “Aktionsbündnis Alex” und den Aktivistinnen im direkten Umfeld des Mädchens und der Mutter zusammengestellt worden und betrifft Punkte,
die aufgrund der derzeitigen Situation und Haltung des Jugendamtes die wichtigsten sind.
Nachfolgend der Wortlaut des Aufrufs, wie er vom Aktionsbündnis per Abstimmung verabschiedet wurde:
Jugendämter in die Schranken weisen - Geschlechtsnormierung stoppen !
- Für eine selbstbestimmte medizinische Versorgung -
Das Jugendamt Steglitz-Zehlendorf stützt diejenige Ergänzungspflegerin, die Alex‘ Geschlechtsdentität nicht anerkennt: So wurde versucht, Alex von ihrer Mutter zu trennen und sie in
eine Pflegefamilie zu geben; kompetente Therapeuten und Ärzte wurden abgelehnt, sowie mit Zwangspsychiatrisierung gedroht.
Ursprünglich hatte sich Alex‘ Mutter in der Hoffnung auf Unterstützung an das Jugendamt gewandt - stattdessen erleben sie und ihre Tochter nun Drohung und Zurechtweisung. Die
derzeitige Situation stellt eine Belastung für Alex dar - die Bevormundung durch Behörden und Medizin muss aufhören! Wir fordern das Jugendamt auf, dafür zu sorgen, dass Alex‘
bei ihrer Mutter bleiben kann! Wir fordern kompetente und selbstgewählte Versorgung, sowie Unterstützung der Mutter! Die zugewiesene Pflegerin muss abgesetzt werden! Rückgabe
des Gesundheitsfürsorgerechts an die Mutter! Übrigens: Das Jugendamt, bzw die Pflegerin verstossen gegen Standards des Berliner Senats, die Diskriminierungsfreiheit und
Diversity (=Vielfalt) im Umgang mit Trans*, Queer, Lesben und Schwulen beanspruchen. Ausserdem widerspricht das Verhalten auch internationalen Kinderrechtskonventionen, die
Deutschland mitunterzeichnet hat.
Hintergründe:
Alex ist 12 und lebt als Mädchen - entgegen dem ihrem bei der Geburt zugewiesenem Geschlecht. Ihre Mutter unterstützt sie in ihrem Leben in dem gefühlten Geschlecht. Der Vater
hingegen kann Alex’ Leben als Mädchen nicht akzeptieren und behauptet, die Mutter hätte der Tochter alles nur eingeredet. Im Zuge des Sorgerechtsstreits zwischen den Eltern wurde
Alex’ Mutter das Gesundheitsfürsorgerecht entzogen und dem Kind eine Ergänzungspflegerin durch das Amtsgericht zugewiesen. Diese Pflegerin verfolgt das Interesse, Alex in das
Geschlecht ihres Geburtseintrags zu zwingen - was nicht funktioniert und die Betroffenen traumatisiert!
Kürzlich entschied das Gericht wieder gegen die Mutter und das Kind. Darin wurde der Mutter unter anderem die nicht vorhandene Kooperationsbereitschaft zur Ergänzungspflegerin
vorgeworfen, sowie dem Kind die Geschlechtsidentität eingeredet zu haben. Geforderte Ergänzungsgutachten zur Entlastung der Mutter wurden vom Gericht abgelehnt.
Trans* ist ein Begriff für Menschen, die entweder entgegen dem ihr bei der Geburt zugewiesenem Geschlecht leben oder aber jenseits des zweigeschlechtlichen Systems leben. Auf
hiesiger medizinischer und gesetzlicher Grundlage könnte Alex als transsexuell eingeordnet werden. Wenn Menschen ihr Interesse an einer Vornamensänderung gemäß dem eigenen
Geschlecht oder an medizinischen Maßnahmen durchsetzen können, sind sie gezwungen einen einjährigen Alltagstest zu absolvieren, sich in psychiatrische Behandlung zu begeben und
auf eigene Kosten mehrere Gutachten von sich erstellen zu lassen. Die Vornamens- und Personenstandsänderung setzt die Zustimmung des Gerichts und des Innenministeriums voraus.
Diese Verfahren können für die Betroffenen mehrere Jahre dauern und einige tausend Euro kosten. Die Wünsche der Betroffenen können unter vielfältigen Gründen auch abgelehnt werden.
Die Grundlage für die Vornamens- und Personenstandsänderung ist das Transsexuellengesetz (
TSG) von 1980. Passagen aus dem Gesetzt
strich das Bundesverfassungsgericht in jüngster Vergangenheit wegen ihrer Verfassungsfeindlichkeit mehrfach. Auch der Europarat mahnte die Bundesregierungen mehrfach ab, die
Menschenrechtssituation der Transsexuellen in Deutschland zu achten und deutlich zu verbessern. Die damalige Rot/Grüne Bundesregierung hat dies auch in einer Erklärung zur
"Situation Transsexueller in Deutschland" anerkannt, sich jedoch, wie die nachfolgende Regierung, geweigert diese zu verbessern. Internationale Krankheitskataloge
(
ICD und
DSM), sind die Richtlinie von juristischer, sowie medizinischer und psychiatrischer
Praxis, die mit Diagnosen wie "Geschlechtsidentitätsstörungen" eine solche Zwangsbehandlung und Pathologisierung von trans* Menschen unterstützen. Eine internationale Kampagne
fordert seit Jahren die Streichung der Kategorie "Geschlechtsidentitätsstörungen" aus den internationalen Krankheitskatalogen sowie die Gewährleistung einer selbstbestimmten
medizinischen Versorgung.
Schluss mit Pathologisierung und Psychiatrisierung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die nicht dem Geschlecht entsprechen, welches in ihrer Geburtsurkunde
fälschlicherweise festgelegt wurde!
Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung!
Für eine selbstbestimmte medizinische Versorgung! - für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ! -
Stopp die Pathologisierung von trans* menschen!
Das eigene Geschlecht zu leben ist ein Recht – keine Krankheit !
Aktionsbündnis ALEX
26.03.2012: Demonstration "Zwangspsychiatrisierung von Alex sofort stoppen!" in Berlin
Am Montag um 15 Uhr wird das "Aktionsbündnis Alex" vor der Berliner Senatsverwaltung für Jugend demonstrieren. Das Motto lautet "Zwangspsychiatrisierung von Alex sofort stoppen!"
"Dies ist keine Einzelgeschichte", heißt es in dem Aufruf. "Institutionen wie das Jugendamt und die Charité üben durch Zwang und psychischen Druck Gewalt auf Menschen aus!
Jedes Geschlecht und jede Geschlechtsidentität ist ein Recht, keine Krankheit."
Ich hoffe, diese Demo wird sehr groß und weist das Berliner Jugendamt und alle dem übergeordneten Behörden in ihre Schranken. Ich selber werde zu dieser Demo extra aus Hamburg
anreisen. Also, bitte komme auch Du.
Link zum Demonstrationsaufruf vom "Aktionsbündnis Alex":
http://bewegung.taz.de/termine/zwangspsychiatrisierung-von-alex-sofort-stoppen
23.03.2021: Mutter verliert ersten Kampf gegen die Zwangseinweisung ihrer transidentischen Tochter in die geschl. Psychiatrie
(überarbeitete und am 04.04.2012 veröffentlichte Version dieser Meldung, da die erste Auflage leider grundlegende Falschinformationen enthielt.)
Heute urteilte das Berliner Kammergericht im Berufungsverfahren in der Sache des transidentischen, zwischenzeitlich 12-jährigen Mädchens
(siehe News vom 19.01.2012) gegen Alexandra und ihre Mutter und entschied, dass die Mutter
die Gesundheitsfürsorge über ihr Kind nicht rückübertragen bekommt und diese weiterhin beim Jugendamt und der von denen eingesetzten Ergänzungspflegerin verbleibt. Hiermit
ist eine der Voraussetzungen geschaffen, mit der das Jugendamt das transidentische Mädchen, wie von denen auch beabsichtigt, in die geschlossene Psychiatrie der Berliner
Charité einweisen könnte.


Mit meiner Meinung nach skandalösen Begründungen wurden die Bemühungen der Mutter um ihrer Tochter von Seitens des Berliner Kammergerichts zunichte gemacht, indem die Richter
von der Mutter vorgebrachte Gutachten und Meinungen anerkannter Fachleute keinen Wert beimaßen, jedoch der nachweislich an anderer Stelle im Verfahren die Unwahrheit sagenden
Pflegerin in deren Ausführungen zum Nachteil der Mutter und somit wohl auch zu dem des Mädchens Glauben schenkten. Einen konkreten Vergleich zu den Unrechtsurteilen der damaligen
DDR darf ich an dieser Stelle nicht ziehen, weil ich mich damit strafbar machen würde. Aber von mir kämen mit
Sicherheit keine Widerworte, sofern jemand anderes diese Behauptung aufstellen würde.
In dem nicht nur in meinen Augen rechtswidrigen Verfahren wurden alle Eingaben der Mutter vom Gericht nicht anerkannt und
u. a. die Gutachten
und Stellungnahmen von anerkannten Psychologen und Psychiatern,
teilweise namhafte Kapazitäten auf dem Gebiet Transidentität/Transsexualität, als
möglicherweise Gefälligkeitsgutachten bezeichnet und für eine Entscheidungsfindung abgelehnt. Außerdem wird vom Gericht behauptet, dass die Mutter ihrem Kind die
Transidentität nur induziert. Dabei sind sich Fachleute der gesamten Welt einig, dass Transidentität nicht induzierbar ist. Doch Richter des Berliner Kammergerichts maßen sich
mit ihrer
juristischen Ausbildung an, über dieses
medizinisch-psychologische Gebiet besser Bescheid zu wissen, als die
medizinisch-psychologisch ausgebildete Ärzteschaft und halten es nicht für nötig, wenn sie die von der Mutter erbrachten Gutachten schon nicht anerkennen (wollen),
wenigstens eigene unabhängige Gutachten in Auftrag zu geben. Nö, da werden einfach völlig ohne Fachkenntnisse einer Lobby Recht und Rechte gegeben, die bei diesem Kind mit
einer Art Gehirnwäsche, vergleichbar mit den "Therapien" in den
Jugendwerkhöfen
Die Jugendwerkhöfe waren in der DDR spezielle Heime für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren, die als verhaltensgestört und schwererziehbar angesehen wurden. Im Klartext hieß das,
dass politisch auffällige Jugendlichen, und dazu reichte schon das skizzenhafte Malen der USA-Flagge oder des Bundesdeutschen Adlers, mittels einem Straf- und Belohnungverfahren
zu "guten" Staatsbürger erzogen werden sollten. Diese rechtswidrigen Erziehungsmaßnahmen führten generell zu einer Selbstverneinung dieser Jugendlichen, die sehr häufig mit
dem Suizid dieser betroffenen Menschen endete.
Weitere Informationen zu den Jugendwerkhöfen der DDR auf der Seite von Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendwerkhof
der damaligen
DDR ("Margot Honeckers Kinderheime"), die Transidentität Alexandras heilen wollen. Ach ja, dass sich
die Fachleute weltweit (bis auf wenige, von ihren KollegInnen auch so ziemlich ausgegrenzte Psychologen und Psychiater) ebenfalls einig sind, Transidentität/Transsexualität
sei nicht heilbar, sollte an dieser Stelle vielleicht auch nicht unerwähnt bleiben. Die Entwicklung geht sogar dahin,
TS/TI als körperliche Krankheit zu betrachten und nicht als psychische. Bis das jedoch auch
rechtlich so verankert ist, werden sehr wahrscheinlich noch Jahre, eventuell sogar Jahrzehnte vergehen.
Was die Sowjetunion 1948/49 mit ihrer Blockade nicht geschafft hat, nämlich ganz Berlin einer Unrechtsherrschaft zu unterwerfen, dass haben meiner Ansicht nach die Berliner
Bürgerinnen und Bürger 21 Jahre nach der Wiedervereinigung mit ihrer Wahl des derzeitigen Berliner Abgeordnetenhauses am 18. September 2011 selbst geschafft. Gerichte und
das in meinen Augen Skandalurteil sind zwar unabhängig von Staat und Politik. Aber ich denke, zu diesem ganzen Verfahren hätte es erst gar nicht kommen dürfen, sondern die
Politik der Stadt Berlin hätte hier schon lange das Jugendamt Steglitz-Zehlendorf und auch diesem Amt übergeordnete, zurzeit völlig untätige Stellen in die Schranken weisen
und an ihre Pflicht erinnern sollen, zum Wohle des Kindes verfahren zu müssen. Und was die wirkliche Unabhängigkeit dieses Kammergerichts in Berlin betrifft, habe ich auch
meine Zweifel.
Link zur Pressemitteilung über den Beschluss des Kammergerichts, der auch eine Verlinkung zum kompletten, schriftlichen Beschluss anhängt:
Kammergericht: Keine Rückübertragung der Gesundheitssorge vom Jugendamt auf die Kindesmutter im Zusammenhang mit einer Verdachtsdiagnose der Transsexualität eines 11jährigen Kindes (PM 22/2012)
Hinweis: Ich plane, bis zum Abschluss dieser ganzen Sache mit dem transidentischen Kind aus Berlin eine komplett eigene Kategorie "Alexandra" auf dieser Homepage als Unterpunkt
beim
Thema Transidentität einzurichten. Sobald er fertig ist, werden dort eingehendere Informationen zum ganzen Sachverhalt seit Alexandras Kindergartenzeit
und sonstige Infos über den Fall zu finden sein, die den Rahmen dieser Newsseite weit überschreiten würden.
10. - 12.02.2012: Sonderprogramm im KiKa und ZDF zum Thema sexueller (Kindes-) Missbrauch
Vom 10. bis 12. Februar 2012 widmen sich der
KiKa und das
ZDF dem Thema
sexueller Missbrauch. Das Motto lautet "Sexueller Missbrauch - wehr' Dich!". Während sich der
KiKa ausgiebig mit dem Thema
befasst und am frühen Freitag Abend zahlreiche Sendungen hierzu ausstrahlt, bringt das
ZDF zu diesem Thema
leider nur eine einzige Sendung. An Samstag läuft dort im Rahmen des Kinder- und Jugendprogramms
»ZDF-Tivi« um 10:35 Uhr
das Jugendmagazin pur+ mit dem Thema "Das lasse ich mir nicht gefallen! - Lass Dir nichts gefallen!". Diese Sendung wird auch auf
KiKa
als Wiederholung am Sonntag Vorabend gezeigt.
Das vollständige, speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtete Programm beider Sender im Rahmen dieser Aktion auf der Webseite vom
KiKa
http://www.kika.de/sonderprogramm/index.shtml
19.01.2012: Berliner Jugendamt will einem 11-jährigen, transidentischen Mädchen das Leben zur Hölle machen
In ihrer
online-Ausgabe vom 19. Januar 2012 berichtete die
taz unter der Überschrift
»Wer wollte das rosa Einhorn?« über ein elfjähriges, transidentisches Mädchen, welches nun vor Beginn der Pubertät eine Hormonbehandlich möchte.
Diese Behandlung wird ihr aber jetzt von Berliner Jugendamt verwehrt.
Bevor ich jedoch auf nähere Einzelheiten in diesem Fall eingehe, möchte ich noch kurz erläutern, warum eine solche Behandlung schon
vor Einsetzen der Pubertät von enormen Vorteil ist und warum diese Möglichkeit bei feststehender Transidentität, besonders bei
transidentische Mädchen, genutzt werden sollte - nein, sogar genutzt werden
muss! Es kann schließlich nicht davon ausgegangen
werden, dass alle meine Seitenbesucher über die Zusammenhänge ausreichend informiert sind. Also, bei Zufuhr von Östrogenen, wie den Meisten wohl bekannt ist,
sind das die entscheidenden weiblichen Hormone, werden die bei der Pubertät eines Jungen auftretenden Geschlechtsmerkmale wie Stimmbruch, Bart- und sonstiger
Haarwuchs und nicht zuletzt der solider werdende Knochenbau gehemmt. Probleme, mit denen eine transidentische Frau, wenn die Transidentität bei ihr erst im
Erwachsenenalter festgestellt und behandelt wurde, massiv zu kämpfen hat und sie im Regelfall nie ganz behoben bekommt. Bei einem transidentischen Jungen ist
zwar auch eine vor der Pubertät beginnende Hormonbehandlung von Vorteil. Aber die Auswirkungen der Pubertät sind, soweit sie das Leben später noch beeinflussen
und auch durch Hormonzugabe von Außen gehemmt werden können, nicht so gravierend wie bei einem transidentischen Mädchen.
Bei dem Mädchen, um welches es hier geht, war jedoch schon zu ihrer Kindergartenzeiten eine vorhandene Transidentität zu erkennen. Denn sie wollte schon
damals lieber Alexandra heißen und nicht wie ihr amtlicher, in der Geburtsurkunde ausgewiesener Name Alexander. Und anhand des weiteren Verlaufs muss ich davon
ausgehen, dass schon frühzeitig fest stand, dass es sich dabei nicht um eine kindliche, spielerische Phase handelt. Denn eingeschult wurde sie
dann auch offiziell als Mädchen, wurde von ihren Klassenkameraden und -kameradinnen problemlos als Alexandra akzeptiert und wuchs als fröhliches Mädchen auf.
Die Mutter stand und steht auch noch voll hinter ihrer Tochter und unterstützt sie auf ihrem Weg. Sie war es vermutlich auch, die dafür gesorgt hat, dass Alexandra
als Mädchen zur Schule gehen darf und nicht als Alexander dort hin musste. Der Vater jedoch akzeptiert bis heute die Transidentität seiner Tochter nicht, sondern
will sie mit aller Gewalt zu einem Jungen machen. Über diesen Konflikt kam es dann auch zur Trennung der Eltern, wobei die Gesundheitsfürsorge für Alex dem Jugendamt
übertragen wurde. Und dieses Jugendamt schlägt nun nach Jahren des Stillschweigens und Akzeptierens in die Kerbe des Vaters und will der dringend nötige
Hormonbehandlung für die Elfjährige nicht zustimmen. Nein, sogar noch schlimmer - das Jugendamt will das Mädchen in die geschlossene Psychiatrie einweisen!
Einer Pflegerin zufolge, die neu vom Jugendamt für Alex eingesetzt wurde und die Ansichten des Vaters teilt, sei das Kind siuzidgefährdet, soll aber auf keinen
Fall Hormone bekommen. Obwohl das Mädchen niemals richtig untersucht wurde, hat das Jugendamt es geschafft, eine Zwangseinweisung des Mädchens in die Psychiatrie
gerichtlich durchzusetzen. Die Mutter, natürlich entsetzt von dem Urteil, ging jedoch in die nächste Instanz. Nur droht jetzt leider, dass das Jugendamt mit einer
einstweiligen Verfügung noch vor Abschluss des Verfahrens die Zwanseinweisung gegen den Willen der Mutter und gegen jegliche Vernunft durchsetzt. Selbst, wenn das
Urteil der ersten Instanz dann durch das Kammergericht in zweiter Instanz aufgehoben wurde, könnte es für Alexandra schon zu spät sein und aus dem einstmal
fröhlichen Mädchen ist ein Mensch geworden, der sich nicht mehr einzuordnen weiß und später eventuell zur Selbstverneinung neigt. Damit wäre die Jugendliche
wirklich ein Fall für die Psychiatrie … und zwar Zeit ihres Lebens!
Dieser Fall hat schon weltweit Schlagzeilen gemacht und es wurde
u. a. zwischenzeitlich eine Initiative ins Leben gerufen, die
sich mit einer Petition in dieser Sache an den regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, wenden will. Diese Aktion wurde von Katrina Swales aus
Immingham in Großbritannien ins Leben gerufen und wird auch von ihr betreut. Die Webseite selber ist daher in Englisch gehalten.
Doch sowohl die Schilderung der Beweggründe für das Starten dieser Aktion wie auch der Petitionstext sind dort in deutscher Übersetzung vorhanden. Ich bitte
jede Besucherin und jeden Besucher meiner Webseite eindringlich, sich dieser Petition
anzuschließen
Link zur Petition:
Mayor of Berlin: Stop the institutionalization of a 11 year old transexual.
Link zum Bericht in der
taz, die ich hiermit auch gleich als Quellenangabe für obige Informationen benenne:
Wer wollte das rosa Einhorn?